Poker Geschichte

Die Geschichte: Seit 1850 voll auf Poker

Wo kommt Poker, das heute mit einem 52er-Blatt gespielt wird, eigentlich her? Machen wir einen Zeitsprung.

Der Wilde Westen Nordamerikas zur Zeit des Goldrausches um 1850.
Tausende Abenteurer sind auf der Jagd nach dem gelben Metall. Einige werden fündig, andere versuchen durch Geschicklichkeit an das Geld der Leute zu kommen. Sie spielen Poker.

Der eigentliche Ursprung des Geschicklichkeitsspiels ist unbekannt. Klar ist dagegen, dass es sich aus unterschiedlichen kulturellen Einflüssen entwickelt hat. Vermutlich ist es vom deutschen Spiel Pochen abgeleitet, dass ebenfalls mit 52 Karten gespielt wurde.

Poker fand gegen 1829 Erwähnung.

Die Regeln des Prototyps waren denkbar einfach. An vier Spieler wurden Karten ausgeteilt. Dann wurde gewettet, wer den höchsten Kartenwert in der Hand hält.

So einfach war das, aber nicht ungefährlich.  Der Revolverheld Wild Bill Hickok wurde 1876 am Pokertisch erschossen.  Hinterrücks natürlich. Wild Bill war in seine Karten vertieft.

Eine Erweiterung fand Poker während des amerikanischen Bürgerkriegs. Vom reinen Kartenwert wurde zu Kartenkombinationen übergegangen. Mathematisches Geschick und logisches Denken wurden zum ausschlaggebenden Faktor.

Die verschiedenen Einflüsse erklären, dass sich bis zum heutigen Zeitpunkt eine Vielzahl von Pokervarianten entwickelt haben. Sie tragen blumige Namen wie Omaha, Draw oder Seven-Card Stud. Letztere Variante erlangte Popularität durch den Film „Cincinnati Kid“ (1965). Steve McQueen und Edward G. Robinson lieferten sich in dem Streifen ein Pokerduell der Extraklasse.

Wenige Jahre später gehörte Stud Poker bei vielen Casinos zum Grundangebot.

40 Jahre nach Cincinnati Kid ist die beliebteste Pokervariante das so genannte Texas Hold’em. Bereits 1970 trafen sich die ersten Spieler, um den Weltmeister aller Pokerspieler zu ermitteln. Der wurde allerdings gewählt.

Aus der Miniveranstaltung, für die sich damals gerade einmal sieben Spieler fanden, entwickelte sich das größte Pokerturnier der Welt: Die World Series of Poker (WSOP). 2003 gingen rund 850 Player an den Start. Am Ende gewann Chris Moneymaker – der Mann heißt wirklich so! Der Buchhalter nahm für ein Startgeld von 39 Dollar an einem Qualifikationsturnier teil, erreichte das Hauptfeld und gewann am Ende die unvorstellbare Summe von 2,5 Millionen Dollar.

Der Sieg des unbekannten Amateurs war die Initialzündung für den Pokerboom. Ein Jahr später zahlten 2576 Spieler jeweils ein Startgeld von 10.000 Dollar, um bei der WSOP dabei zu sein.

Der US-Amerikaner Greg Raymer der den Künstlernamen „Fossilman“ trägt, bekam für seinen Sieg 5 Millionen Dollar.

Die WSOP explodierte förmlich und katapultierte das Pokerspiel in eine andere Dimension. Gewaltige Startfelder, unzählige Turnierveranstaltungen wie zum Beispiel die European Poker Tour (EPT) und natürlich TV-Übertragungen, heizten die Entwicklung an.

Das Spring Poker Festival, das im März diesen Jahres in Wien stattfindet, ist nur eines dieser vielen Events und genau genommen für Österreich und besonders für Wien keine Überraschung.

Im Wiener Concord Card Casino, dem ältesten Cardroom Europas, wird seit 1996 gepokert – und das täglich und rund um die Uhr!

Übertragungen unter anderem von Eurosport und DSF (über 500 Sendestunden Poker 2007) trugen und tragen ihren Teil dazu bei, dass an manchen Tagen bis zu 250 Spieler an den Live-Turnieren teilnehmen.

Poker scheint sich hier wie dort zu einer Art Volkssport zu entwickeln. Denn in Deutschland berichtete eine große Tageszeitung, dass das beliebteste Weihnachtsgeschenk 2006 ein Koffer mit Pokerkarten und Spieljetons gewesen sein soll.

Pokern unterm Christbaum mit Mami, Papi, Oma und Opa. Doch Vorsicht! Nur das Spielen zum Zeitvertreib oder in dafür zugelassenen Casinos ist legal.

Haben wir Sie nun auch mit dem Pokervirus infiziert?

Dann lesen Sie weiter und erfahren Sie alles über Spieltaktik, Wahrscheinlichkeiten und Spielvarianten.

WSOP

World Series of Poker und Pokerstars

Wer träumt nicht den Traum bei der WSOP mitzuspielen. Die World Series of Poker oder kurz WSOP sind eine Reihe von Poker-Turnieren, die jedes Jahr in Las Vegas ausgetragen werden. Das Hauptturnier (Mainevent) ist ein No-Limit-Texas Hold'em-Turnier mit 10.000 Dollar Einsatz pro Spieler. Die WSOP ist das bedeutenste Pokerturnier überhaupt, so dass der Gewinner oft als Pokerweltmeister bezeichnet wird. Im Jahr 2006 nahmen vom 25. Juni bis zum 10. August 8773 Spieler teil. Es wurde ein Preisgeld in Höhe von 82,5 Mio. Dollar gebildet.

Geschichte WSOP:

quelle: wikipedia.de 
Die Idee stammt aus dem Jahre 1949, als Benny Binion zwischen Nicholas "Nick the Greek" Dandalos und Johnny Moss einen Pokermarathon über 5 Monate veranstaltete.
grosses Zuschauerinteresse brachte Benny Binion auf die Idee weitere Pokerturniere zu veranstalten.
1970 nahmen sieben Spieler an der WSOP teil. Der Sieger wurde damals noch von den Mitspielern zum Weltmeister gewählt. ab 1971 wurden dann immer sog. Freeze-Out-Turniere gespielt, d.h. ein Spieler, der all seine Chips verloren hat, ist raus.
2003 nahmen 839 Spieler am Main Event teil und mit Chris Moneymaker gewann zum ersten Mal ein Amateur das Turnier. Er hatte sich auf einer Online-Poker-Seite qualifiziert und löste damit einen wahren Poker-Boom aus, der das Spiel zunehmend salonfähig machte.
2004 bezahlten 2.576 Spieler die 10.000 Dollar Buy-In, um an dem Turnier teilzunehmen. Greg Raymer gewann und nahm $5.000.000 mit nach Hause.
Im Jahr 2005 gab es 45 verschiedene Turniere. Das Hauptturnier hatte 5.619 Teilnehmer und der Sieger Joe Hachem gewann $7.500.000.
2006, drei Jahre nach dem Überraschungserfolg von Chris Moneymaker, war die Zahl der Teilnehmer mit 8.773 mehr als zehn Mal so hoch. Der Sieger, Jamie Gold, gewann unglaubliche $12,000,000.
für das Jahr 2007 werden über 10.000 Teilnehmer erwartet.

Gewinner wie Doyle Brunson, Chris Moneymaker:

Doyle Brunson, Johnny Chan und Phil Hellmuth haben je 10 Turniere gewonnen.
Doyle Brunson gewann in den zwei aufeinanderfolgenden (back-to-back) Jahren 1976 und 1977 mit 10-2. Beide Male wurde diese Hand zu einem Full House, sie wird daher auch die "Doyle-Brunson-Hand" genannt. "A chip and a Chair is all you need!" - Jack Straus gewann 1982 das Main Event, nachdem ihm zwischenzeitlich nur ein einziger $500-Chip blieb.
Das meiste Geld insgesamt hat Jamie Gold mit 12 Mio. Dollar gewonnen, dabei gewann er bloß das ME 2006. Hingegen hat z.B. Phil Hellmuth 10x gewonnen, ebenfalls 1x das ME, er hat jedoch keine 12,000,000$ bekommen.
Erster deutschsprachiger Gewinner eines WSOP Turniers war Matthias Rohnacher aus Heidelberg in der Variante Pot-Limit Omaha im Jahre 1997. Davor belegte er aber schon in der Variante Omaha High-Low Split jeweils den 2. Platz in den Jahren 1994 und 1996.
Der erfolgreichste Deutsche Spieler, gemessen an Bracelets ist Eddy Scharf, er gewann 2001 und 2003 jeweils ein Bracelet in einem der WSOP Events.
Chris Moneymaker gewann 2003 mit einem Buy In von 40$ seine Teilnahme an der WSOP, im Main Event siegte er und gewann 2,5 Mio. USD. Dadurch wurde ein Pokerboom ausgelöst, bereits im Jahr 2004 steigerte sich das Preisgeld für den Sieger auf 5 Mio. USD.

Main Event Überblick (Jamie Gold, Chris Ferguson) :

JahrSieger / GewinnhandPreis ($)TeilnehmerZweiter / Verlusthand
1970 Johnny Moss* Silberpokal 7 k.A.
1971 Johnny Moss 30.000 6 Walter Pearson
1972 Thomas Preston 80.000 8 Walter Pearson
1973 Walter Pearson As 7s 130.000 13 Johnny Moss Kh Js
1974 Johnny Moss 160.000 16 Crandall Addington
1975 Brian Roberts 9s 9h 210.000 21 Bob Hooks Ac Kd
1976 Doyle Brunson 10s 2s 220.000 22 Jesse Alto As Jd
1977 Doyle Brunson 10s 2h 340.000 34 Gary Berland 8h 5c
1978 Bobby Baldwin Qd Qc 210.000 42 Crandall Addington 9d 9c
1979 Hal Fowler 7s 6d 270.000 54 Bobby Hoff Ac Ah
1980 Stu Ungar 5s 4s 385.000 73 Doyle Brunson Ah 7s
1981 Stu Ungar Ah Qh 375.000 75 Perry Green 10s 9d
1982 Jack Straus Ah 10s 520.000 104 Dewey Tomko Ad 4d
1983 Tom McEvoy Qd Qs 540.000 108 Rod Peate Kd Jd
1984 Jack Keller 10h 10s 660.000 132 Byron Wolford 6h 4h
1985 Bill Smith 3s 3h 700.000 140 T. J. Cloutier Ad 3c
1986 Berry Johnston As 10h 570.000 141 Mike Harthcock Ad 8d
1987 Johnny Chan As 9c 625.000 152 Frank Henderson 4d 4c
1988 Johnny Chan Jc 9c 700.000 167 Erik Seidel Qc 7h
1989 Phil Hellmuth 9s 9c 755.000 178 Johnny Chan As 7s
1990 Mansour Matloubi 6h 6s 835.000 194 Hans Lund 4d 4c
1991 Brad Daugherty Ks Js 1.000.000 215 Don Holt 7h 3h
1992 Hamid Dastmalchi 8h 4c 1.000.000 201 Tom Jacobs Jd 7s
1993 Jim Bechtel Jc 6h 1.000.000 220 Glenn Cozen 7s 4d
1994 Russ Hamilton Ks 8h 1.000.000 268 Hugh Vincent 8c 5h
1995 Dan Harrington 9d 8d 1.000.000 273 Howard Goldfarb Ah 7c
1996 Huck Seed 9d 8d 1.000.000 295 Bruce Van Horn Kc 8c
1997 Stu Ungar Ah 4c 1.000.000 312 John Strzemp As 8c
1998 Scotty Nguyen Jd 9c 1.000.000 350 Kevin McBride Qh 10h
1999 Noel Furlong 5c 5d 1.000.000 393 Alan Goehring 6h 6c
2000 Chris Ferguson As 9c 1.500.000 512 T. J. Cloutier Ad Qc
2001 Carlos Mortensen Kc Qc 1.500.000 613 Dewey Tomko As Ah
2002 Robert Varkonyi Qd 10s 2.000.000 631 Julian Gardner Jc 8c
2003 Chris Moneymaker 5d 4s 2.500.000 839 Sam Farha Jh 10d
2004 Greg Raymer 8s 8d 5.000.000 2.576 David Williams Ah 4s
2005 Joe Hachem 7c 3s 7.500.000 5.619 Steve Dannenmann Ad 3c
2006 Jamie Gold Qs 9c 12.000.000 8.773 Paul Wasicka 10h 10s
2007 Jerry Yang 8c 8d 8.250.000 6.358 Tuan Lam Ad Qd
2008 Peter Eastgate Ad 5s 9.152.416 6.844 Ivan Demidov 4h 2h
2009 Joseph Cada 9d 9c 8.547.042 6.494 Darvin Moon Qd Jd
2010 Jonathan Duhamel As Jh 8.944.138 7.319 John Racener Kd 8d
2011 Pius Heinz As Kc 8.715.638 6.865 Martin Staszko 10c 7c

Quelle: wikipedia.de (22.11.11)